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Die Marionettenbühne Hurleburlebutz So mußte auch ich einmal zugreifen, ohne schon zu wissen, was daraus noch werden würde: Ein erstes kleines gemeinsam mit Freundinnen für unsere Kinder vorbereitetes Puppenspiel wurde so etwas wie meine "weiße Taube". Denn aus diesem unscheinbaren und eher noch improvisierten Anfang entwickelte sich eine jahrelang wachsende Aufgabe, eine Arbeit, von der sich zeigte, daß sie auf ihre Art die Augen öffnet für dringende Probleme in unserer Zeit. Solche Erlebnisse führten schon bald zu weitergehenden Fragen nach den Möglichkeiten und der Verantwortung des zunächst aus reiner Freude begonnenen Spiels. Die Notwendigkeit regelmäßiger Proben als unabdingbare Voraussetzung für die wachsende Anzahl von Aufführungen machte eine bewußte Entscheidung jedes einzelnen nötig, diese Aufgabe anzunehmen oder eben nicht. So bildete sich daraus der erste vom nur privaten Interesse unabhängige Puppenspieler-Kreis. Mit wechselnden und jahrzehntelang treuen Mitarbeitern - vom jungen Mädchen (oder auch Mann) bis zur Großmutter - besteht die Bühne nun schon
30 Jahre. Und in all der Zeit ist die ursprüngliche Freude weiter lebendig geblieben, und hat uns über manche Schwierigkeit und Mühsal, die es auch gab, hinweggeholfen. Für die Gestaltung der Puppen und Kulissen bot mir mein 1964 abgeschlossenes Studium in der Illustrationsklasse der Meisterschule für Graphik in Berlin gute Voraussetzungen. Schon dort hatte ich mich mit Märchenbildern beschäftigt. Die Größe bzw. Kleinheit unserer Bühne das Bühnenfenster ist nur 1,20 m breit und 0,50 m hoch ergab sich anfangs aus den beengten äußeren Bedingungen sowohl des Probenraums als auch der Aufführungsorte. Die Bewegungsfreiheit unserer im Verhältnis dazu recht großen Puppen ist darum auch begrenzt. Umso mehr konzentrieren wir uns auf den Ausdruck der inneren Bewegung, auf die sprechende Gebärde. In der Führung unserer ca. 40 cm großen Marionetten versuchen wir, von sparsamen, aber deutlichen Haltungen und Gesten möglichst intensive Wirkungen ausgehen zu lassen und mit Humor und unterschiedlichen Temperamenten das Spiel zu beleben. Dabei bringen die verschiedenen Farbstimmungen, die wechselnde Beleuchtung und nicht zuletzt die Musik und die Sprache die Ereignisse des Märchen auf ihre Art zur Erscheinung. |